Ist der Hype vorbei? Der Run auf Unkonferenzen mit dem verwirrenden Namen BarCamp? In 2009 und 2010 habe ich mir einige Male das Vergnügen gegönnt auf verschiedenen Themen BarCamp unterwegs zu sein. Teils rein als Besucher, auf wenigen selber aktiv als Vortragender, und bei einigen mehr in der Orga.
Die gleichen Köpfe
Letztendlich waren es oft die gleichen bekannten und unbekannten Gesichter, die mir über den Weg gelaufen sind. Großteils sehr sympathische Menschen, auf die man sich zu den Gelegenheiten dann auch freut. Viele Gesichter die man bislang nur online kannte, von Twitter und Facebook. Dazu die Spezies ‘Fremdlinge’ die mit keinem reden oder sich beteiligen wollen und nicht zuletzt die Spezies ‘Barcamp Schnorrer’.
Auch wenn viele Gesichter auf den unterschiedlichsten Barcamp auftauchen wird es dennoch nicht weniger spannend. Denn die Themen und Beiträge variieren, und die Menschen hinter den Themen lernt man so aus den verschiedensten Perspektiven kennen.
Großer Gähner oder big gainer?
Die Themen auf einem Barcamp haben alle eines gemeinsam – wichtig ist, was man selber daraus macht. Hinsetzen, zuhören, aufstehen, rausgehen? Oder reinkommen, zuhören, erleben, Fragen stellen und mit am Vortrag gestalten und selber einbringen, was zum Thema noch spannend sein könnte?
Der Vortragende nimmt es einem auf Barcamps nicht übel. Denn der Austausch ist durchaus gewollt. Nicht selten finden sich unter den Zuhörern Vollprofi, die dem vortragenden – der vielleicht sein Thema gerade aus Hobbysicht präsentiert – gerne noch den ein oder anderen Tip mitgeben. Win – Win.
Location Check
Ich mag es ganz besonders, und unter den Barcamp Locations der vergangenen 2 Jahre ist es mein Favourit – das Unperfekthaus in Essen. Die Atmosphäre dort empfinde ich als sehr entspannt, kreativ und wertvoll für den Austausch untereinander. Die Raumgrößen sind perfekt. So lassen sich kleine, fast intime Sessions ebenso realisieren, wie die Big Stage mit einem großen Publikum.
Andere Locations – wie das CC Nord der KölnMesse, der Friedrichstadtpalast in Berlin, Bootshäuser in Hamburg, Abrissgebäude in Köln und viele mehr - haben ebenso ihren Charme. Insofern sage ich – die Location ist wichtig für den Wohlfühlfaktor, aber sie muss nicht perfekt sein. Denn spannender als die Räumlichkeiten sind in jedem Fall die Menschen dazu.
Wie geht es weiter?
Zunehmende Sorgen bereitet die Beschaffung von Sponsoren. Barcamp sind in der Regel frei von Eintrittsgeldern oder Kosten für Catering und Technik. Doch umsonst gibt es nichts. Sponsoren sind wichtig. Diese wollen zudem so ausgewählt werden, dass sie den Character der Veranstaltung unterstützen, ohne inhaltliche Vorgaben oder Anforderungen zu haben. Ein Barcamp will auch keine Promo-Party werden. Wie also Sponsoren verkaufen, dass die Unterstützung eines Barcamp das Geld wert ist?
Zweite Frage – wären wir nicht auch bereit einen Obolus zu entrichten? Würde eine Anmeldegebühr nicht sogar dem Trend der zunehmenden No-Show Rate entgegenwirken können? Ich persönlich wäre durchaus bereit für ein Barcamp einen finanziellen Beitrag in Form einer Anmeldegebühr zu leisten. Weiterer Vorteil – die Spezies Barcamp-Schnorrer wäre wohl mit vom Tisch.
Meine Pläne 2011
Planung bedeutet – für mich ist das Thema Barcamp keine aussterbende Spezies. Ich freue mich auf viele bekannte und auch neue Gesichter in 2011. Beim Videocamp III oder dem BarCamp Ruhr IV im Unperfekthaus. Auf der Re:Publica2011 in Berlin in diesem Jahr dann hoffentlich ebenso wie auf dem Gamescamp 2011 in Köln.